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aktualisiert am 04.03.2006/KE

Buchhagen



Buchhagen

 

Zur Geschichte von Buchhagen



Am Hang des Voglers, etwa zwei Kilometer vor der Mündung der Lenne in die Weser, liegt das kleine Dorf Buchhagen. Obwohl es näher an Bodenwerder liegt, ist es doch immer im Kirchspiel Kirchbrak eingepfarrt gewesen. Ausschlaggebend war die Zugehörigkeit Buchhagens zu Braunschweig-Wolfenbüttel, während Bodenwerder zu Kalenberg (Hannover) gehörte.

Namensformen und ihre Bedeutung:



In Urkunden und Lehnsregistern werden Borkhagen (1291), Bochaghen (1304-1324), Boickhagen (1545) und ab 1650 Bochhaghen genannt. Die Endung -hagen bedeutet Gehege, Hecke. Die ersten Bewohner Buchhagens umgaben ihr Anwesen mit einer Hecke von Buchen (Hagebuche - Hainbuche). Deshalb weist der Name Buchhagen, wie viele andere -hagen- Orte, auf eine Hägersiedlung im 12.Jahrhundert hin (siehe Westerbrak, Kap.Wickenser Erbregister). Allerdings haben einige Höfe schon früh Charakter und Rechte der Häger verloren. 1580 werden noch zwei hägerische Höfe verzeichnet, in der Dorfbeschreibung von 1760 ist es nur noch einer (Andreas GROVE, ass.Nr.1, heute Adolf SÜNNEMANN).

Die Familie Hake (von Hake).



Schon seit Anfang des 14.Jahrhunderts besaßen die HAKES den "Bochaghen" als Lehnsgut vom Bischof zu Minden. Sie sind eine seit 1256 urkundliche Familie, die vor allem im Kalenbergischen ansässig war. 1460 erwarben sie von Metteke von BOKHAGEN, des seel. Hinrich BOKHAGEN Tochter, ihr Erbgut für 11 Rheinische Gulden und eine lebenslängliche Rente von 3 Maltern Roggen jährlich.

Der Kaufvertrag wurde "uppe dem Thy to Brake", dem Thingplatz von Kirchbrak, abgeschlossen und später vor dem Gogreven CRASSEBERGH, der in Bodenwerder zu Gericht saß, als gerichtlicher Kaufvertrag bestätigt. (Freiherrl. von HAKESCHE Familiengeschichte, S.96). 1760 wird das HAKESCHE Gut durch die Einziehung zweier Meierhöfe noch vergrößert. Es war um 1760 ein von den HAKES selbst bewirtschafteter Ackerhof, der dann 191 Rittergut wurde. Ab wann die HAKES den Adelstitel (Freiherr) führen, ist unklar. Bis Ausgang des 17.Jahrhunderts werden sie nur als HAKE bezeichnet.Das von HAKESCHE Wappen stellt zwei von einander abgekehrte Haken in einem Schilde dar. Es kehrt des öfteren in der Kirche zu Kirchbrak am Altar und verschiedenen Grabsteinen wieder, da die von HAKE und von GRONE durch Heiraten verwandtschaftlich verbunden, aber auch durch einen jahrzehntelangen Prozeß zerstritten waren (s.Geschichte Oberhof)

Buchhagen im Wickenser Erbregister.



Während des in den Registern erfaßten Zeitraumes von 1545 - 1650 war zunächst Ernst HAKE und ab 1580 sein Sohn Hartung HAKE der Grundherr aller Höfe in Buchhagen. Die folgenden Angaben, Gerichtsbarkeit, Dienstverpflichtungen und Abgaben betreffend, sind die gleichen wie in den anderen vier Dörfern. Die Erbregister sind in Bezug auf die Namen nicht immer zuverlässig. Oft tauchen in mehreren aufeinanderfolgenden Registern die gleichen Namen auf. Das könnten zwar die Söhne mit gleichlautenden Vornamen sein, oft ist es aber auch Nachlässigkeit des Amtsschreibers, der einfach das vorhergehende Register abschrieb. Hufen- und Morgenzahlen, die Dienstleistungen und Abgaben stimmen aber - weil sie für das Amt wichtig waren.

Nachfolgend das alphabetisch geordnete Namensver-zeichnis der Einwohner Buchhagens, dahinter die Jahreszahl. (H=Halbspänner, K=Köther, Häg=Hägerrecht)

1. Batz(ß)en, Hans - H, Häg, 1650
2. Blenksche, die - K, 1580
3. Flöter, Curdt - K, 1650
4. Henzen, Cordt- Schäferei, 1545
5. Meyer, Hartmann - K, 1625
6. Münchemeyer, Heinrich - H, Häg, 1625
7. Neten, Heinrich - H, Häg, 1580
8. Nett, Cordt - H, Häg, 1545
9. Reinbrecht, Hans - H, Häg, 1545, 1580
10. Sander, Bartoldt - H, 1545, 1580, 1625
11. Sander, Bertrambs Witwe - H, 1650
12. Sander, Christoph - H, Häg, 1625
13. Schaeffers, Margarete - K, 1580
14. Wilhelm, Adam - K, 1625, 1650

 

Die Dorfbeschreibung der Braunschweigischen Landesvermessung 1760.

 

Die Vermessung und Beschreibung wurde von dem Kommissar Johann Heinrich BERTRAM und dem Vermessungsingenieur Friedrich Heinrich August PENTHER ausgeführt.Nach der Einziehung der beiden Meierhöfe durch die HAKES um 1650 bestanden nur noch vier Höfe:

 

1. GROVE, Andreas, Halbspänner, Brandvers.Mr.1
2. GROVE, Ernst Heinrich, Großköther, Brandvers.Nr.2
3. MEYER, Hans Harm, Großköther, Brandvers.Nr. 3
4. von HAKE, Geh.-Rat, Vollmeyer, Brandvers.Nr.4

 

Nach der Vermessung, bei der sich ein Überschuß von 39 Morgen ergab, betrug die Summe aller Ländereien 216 Morgen. Davon stand den von HAKES der Zehnte von 155 Morgen, und der Pfarre zu Bodenwerder der Zehnte von 52 Morgen zu. 10 Morgen Rottland waren zehntfrei. Der Zehnte wurde "in natura" von allen Früchten des Feldes eingezogen.Zum HAKESCHEN Ackerhof gehörten alle Buchhager Forsten mit 681 Morgen. Die hohe Jagd stand dem Landesherren zu, die niedere Jagd gehörte den von HAKES. Die Viehzucht wird als "nicht besonders, aber noch hinlänglich" bezeichnet. Die Klassifikation der Äcker ist sehr unterschiedlich. Im Talgrund der Lenne ist der Boden verhältnismäßig gut, an den Berghängen ist er steinig und kaum zwei Finger hoch mit guter Erde bedeckt. Folgende Erträge sind bei guter Witterung zu erzielen: Roggen vierfach, Hafer zwei- bis dreieinhalbfach, Gerste zweifach, Erbsen zweieinhalbfach, drei Himbten Lein erbringen etwa 30 Bund Flachs. Wie in den anderen vier Dörfern ist der Anbau und die Verarbeitung des Flachses eine wichtige Nebenerwerbsquelle. Die HAAKSCHE Schäferei mit 200 bis 250 Schafen hatte das Recht, außer auf der Buchhager auch auf der Linser Feldmark von Ende Bartholomae (Ende August) bis zum Liebfrauentag (Anfang Dezember) zu hüten.

 

(Hans Hölscher, Kirchbrak)

 

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Gasthaus Mittendorf
© 2005 Karl-Heinz Engelke