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aktualisiert am 01.08.2005/KE

Westerbrak

 

Die Geschichte von Westerbrak

 

Die Geburtsurkunde



Am 02. Juli 1033 bestätigte Kaiser Konrad II. die Besitzungen des Martinstiftes in Minden, unter anderem "in Westirbracha I mansum" (in Westerbrak ein Hof).

 

Die Originalurkunde befindet sich im Staatsarchiv in Münster. Sie ist bisher am frühesten datierte Urkunde, in der Westerbrak eindeutig genannt wird. Es gibt zwar noch andere Urkunden, aber deren Inhalt läßt offen, ob mit dem genannten "bracha" nun Westerbrak oder Kirchbrak gemeint ist. Das "Westirbracha" von 1033 bedeutet nach der Ansicht verschiedener Historiker (Rustenbach, Steinacker, Kleinau, Asch) zitiert: "So dürfte es (Kirchbrak) keinesfalls jünger sein als das benachbarte, kleinere Westerbrak, das bereits 1033 eine Besitzbestätigungsurkunde Kaiser Konrads II. für das Martinsstift in Minden nennt." (Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd.50, S.149)

 

Versuch einer Namensdeutung

 

Vor der Einführung des Christentums lag die Ansiedlung im germanischen Raum Thilithi, danach gehörte sie zum Bann Ohsen des Bistums Minden (Kirchohsen a.d. Weser).

 

Die Endung "brak" des Ortsnamens läßt mehrere Deutungen zu. Sie kann von Bruch (Sumpf, Moor), von braken (Holz, Wald) oder von Brache (brachliegendes Land) abgeleitet werden. Am Wahrscheinlichsten ist die Deutung, daß es sich um eine Waldrodung handelt.

 

Das Lennetal war im Gegensatz zur benachbarten Ithbörde wenig siedlungsfreundlich. Es lag aber am Rande eines Jagdbannes, den Kaiser Konrad II. ebenfalls 1033, nur acht Tage später, dem Bischof von Minden schenkte. Dieses Jagdgebiet, das einen großen Teil des Voglers umfaßt, mag der Anlaß für eine Ansiedlung gewesen sein.

 

Unter der Herrschaft der Eversteiner und Homburger

 

Über 300 Jahre sollten vergehen, ehe Westerbrak wieder aus dem Dunkel der Vergangenheit auftauchte. Es war die Zeit der zahlreichen Territorialherrschaften. In einem Lehnregister der Grafen von Everstein von 1350 (Staatl. Archiv Hannover) wird ein Heinrich von Stelze genannt, der mit 2 Hufen Land in Westerbrak belehnt war. Aber bereits 1388 findet sich die nächste Erwähnung in einem Lehnsbuch der Grafen von Homburg (Staatl. Archiv Wolfenbüttel).

 

Die Eintragung lautet (aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche übertragen):

 

"Westerbrak liegt in der Niederen Börde. Kegeler bewirtschaftet einen Hof mit drei Hufen Land, der ist die Leibzucht des Frau Alberts von Halle, vorher Rolands Gut, früher Heinrich von Braks Gut."

 

Die Herren von Brak und Halle gehörten zum niederen Adel der Niederen Börde und waren Lehnsträger der Homburger. Das Lehnswesen des Mittelalters bietet dem Laien ein verwirrendes Bild (Lehen = Nutznießung eines Hofes, von Ländereien oder dergleichen als Dank für erwiesene Dienste), das nur im Zusammenhang mit der Zersplitterung in zahlreiche kleinere Herrschaften zu verstehen ist.

 

Der Kegelerhof

 

Die Grafen vom Homburg starben 1409 aus. Der letzte Homburger vermachte in seinem Testament den Kegelerhof in Westerbrak den Nonnen im Kloster Kemnade. Aus den Einnahmen dieses Hofes sollten sie sich alljährlich zur Fastenzeit drei Tonnen Heringe kaufen. Dafür waren sie verpflichtet, jedes Jahr in der Kirche zu Kemnade zum Gedächtnis der Homburger, Messen zu halten. In der Urkunde wird die Frau eines Hans Meyse genannt, die den Kegelerhof als Leibzucht hatte.

 

Die Geschichte des Kegelerhofes läßt sich noch bis 1650 verfolgen. Laut Eintragungen im Wickenser Erbregister hatte 1550 Heinrich Sander einen Ackerhof von dem Stift in Kemnade, 1580 derselbe einen Ackerhof vom Stift Kemnade, 1625 hatte Elisabeth von Minnigerode diesen Hof vom Stift Kemnade, mit der Randbemerkung "hat diesen Hof 1624 an sich gebracht". 1651 steht im Erbregister der gleiche Text. Am Rande ist vermerkt "Sanders Hof". Dieser Hof ist, wie zwei andere Ackerhöfe, wüst geworden. Die Ländereien gehören heute zum Rittergut von Grone. Noch heute erinnert der Forstort Sanderholz an den alten Kegelerhof.

 

Die Herren von Grone in Westerbrak

 

Seit 1468 sind die Herren von Grone in Kirchbrak ansässig, wie ein Lehnsbrief der Grafen von Spiegelberg ausweist. Sie übernahmen damit die Lehen, die vor ihnen die Herren von Halle und von Brak innehatten.

 

Die Lehnsherrschaft ging 1409 nach dem Erlöschen der Territorialherrschaften an die Herzöge von Braunschweig über. Herzog Heinrich Julius stellte dann 1590 einen entsprechenden Lehnsbrief aus, in dem drei Hufen Land und ein Kothof mit drei Morgen Land in Westerbrak aufgeführt werden.

 

Die Herren von Grone führen ihren Namen nach der Pfalz Grone bei Göttingen, die sie als kaiserliches Lehen hatten. Sie sind seit der Mitte des 13. Jahrhunderts dort in zusammenhängender Geschlechterfolge nachweisbar.

 

Westerbrak wird zunächst nur ein Vorwerk des Gutes in Kirchbark gewesen sein, bis 1618, nach dem Tod des Heinrich von Grone, das gesamte Gut unter seinen drei Söhnen aufgeteilt wurde. So erhielt Heinrich Albrecht von Grone die Besitzungen in Westerbrak. Obwohl das Herzogliche Amt in Wickensen dagegen protestierte, wurde es bereits gegen 1630 Rittergut. Sicher hat die Heirat Heinrich Albrechts mit Elisabeth von Minnigerode (1625) viel dazu beigetragen. Laut Wickenser Erbregister hat sie 1623 und 1624 die zwei größten Ackerhöfe (Sander und Falke, siehe Kapitel Kegelerhof) "an sich gebracht". Heinrich Albrecht ist auch der Erbauer des Gutshofes, der 1618 errichtet wurde.

 

Das alte Herrenhaus wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen, da es durch Brand sowie Unwetter unbewohnbar geworden war. Das jetzige Gutshaus ist das ehemalige Brauhaus, das unmittelbar neben dem alten Herrenhaus stand. Eine Ansichtsskizze aus dem Jahre 1776 im Gutsarchiv läßt Anlage, Aussehen und Verwendung der einzelnen Gebäude gut erkennen.

 

Die Wickenser Erbregister

 

Die Erbregister, die von den zuständigen Herzoglichen Ämtern erstellt wurden, sind wertvolle, oft auch die ersten sicheren Unterlagen für die Geschichte eines Dorfes und seiner Bewohner. Sie sind uns für die Zeiträume um 1550, 1580, 1625 und 1650 im Staatl. Archiv Wolfenbüttel erhalten.

 

Über Westerbrak erfahren wir 1550: "Westerbraik gehöret den von Grone, den Vettern Lorenz und Gottschalk". Das Hals- und Niedergericht stand dem Herzog zu. Nur die Einnahmen für die Vergehen, die auf "den umzäunten Höfen" der Junker geschahen, kamen den Herren von Grone zu. Vier Ackerhöfe, ein Halbspänner und sechs Kothöfe leisteten teils dem Herzoglichen Amt Wickensen und teils den von Grones Hand- und Spanndienste. Die Ackerleute und Halbspänner mit dem Pflug und die Kötner mit der Hand.

 

19 Morgen werden als Hägerland bezeichnet, und die Herrn von Grone als Hägerjunker benannt. Das Hägerland geht auf die Hägersiedlungen im 12. Jahrhundert zurück, einer Kolonisation flämischer Einwanderer. Die Häger genossen den besonderen Schutz der Landesheren und hatten eigenes Recht und eigene Gerichtsbarkeit, sofern es sich um Feld- und Forstvergehen handelte. Das letzte Hägergericht fand 1809 in Bodenwerder statt. Um 1580 haben sich die Eintragungen betreffs Grundherrschaft, Hand- und Spanndienste und Abgaben kaum geändert. Es sind nun noch drei Ackerhöfe, ein Halbspänner, aber 9 Kotstellen. Eine spätere Randbemerkung gibt Aufschluß über den Bau des von Groneschen Herrenhauses: "Ao 1621 besitzt diesen Kothof Albrecht von Grone, hat darauf gebaut ein Adelichs, jetzt ist, so lange seine Witwe lebt, dienstfrei." Der bisherige Eigentümer war Heinrich Loges. Der Kothof hatte 16 Morgen Land, ein kleines Waldstück und eine Schäferei. Alles ging von den von Grones zu Lehen.

 

1625 lauten die allgemeinen Eintragungen wie 1580. Die ersten beiden Ackerhöfe sind 1623 und 1624 von Elisabeth zu Minnigerode erworben worden. Zu beiden Höfen gehörten je zwei Hufen Land, das waren etwa 120 Morgen. 1650 ist der Text etwa gleichlautend. Eine Randbemerkung zu dem Kothof des Heinrich Albrecht von Grone "und ist an dieser Stelle das Haus gebaut", weist noch einmal auf den Standort des Herrenhauses hin.

 

Vom Ackerbau um 1700

 

Im Gutsarchiv von Westerbrak gibt ein altes Kornregister Auskunft, welche Feldfrüchte damals angebaut wurden. In sauberer und gut lesbarer Handschrift hat der damalige Hofmeister des Gutes, Hermann Thielen, über Einnahmen und Ausgaben der Ernte berichtet. An Feldfrüchten wurden ausgesät: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer Erbsen, Wicken und Bohnen. Am meisten wurde Roggen und Gerste angebaut, mit ziemlichen Abstand folgten Hafer und Weizen. Als Getreidemaße waren das Fuder, der Malter, der Himbten und die Metze im Gebrauch. Ein Fuder entsprach 12 Malter, ein Malter = 6 Himbten, 1 Himbten = 3 Metzen. Da es alles Hohlmaße waren, ergaben sich für die verschiedenen Getreidearten auch verschiedene Gewichte. Ein Himbten Weizen oder Roggen entsprach etwa 20 kg, während das gleiche Maß Gerste oder Hafer nur 18 kg bzw. 12 kg wog.

 

Die Ernteerträge waren verglichen mit den heutigen sehr gering. Ein Acker mittlerer Klasse erbrachte etwa das Vier- bis Fünffache des Saatgutes. Erbsen bildeten einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung. 1690 wurden vom Gut fast zwei Fuder (etwa 300 kg) geerntet, die alle im Haushalt, vor allem für die Erntearbeiter, verbraucht wurden. Weizen und Gerste benötigte man zum großen Teil zum Brauen.

 

Vom Bierbrauen

 

Ein Brauregister aus den Jahren 1734/35 gibt einige interessante Einblicke in das Brauwesen. Die Braugerechtigkeit hatte das Rittergut. Da sie mit guten Einnahmen verbunden war, wurde sie zeitweilig auf andere Ortschaften und deren Krüge ausgedehnt. Über den Umfang der Lieferungen entstanden jahrelange Streitigkeiten mit dem Herzoglichen Amt in Wickensen, das ebenfalls eine Braugerechtigkeit besaß.

 

Bier war das gebräuchliche Getränk, auch für Kinder. Allerdings war es wesentlich schwächer als unser heutiges. Es wurden im allgemeinen zwei Arten gebraut. Das "Breuhan" wurde vor allem in den Krügen ausgeschenkt. 1735 lieferte Westerbrak an seine beiden Krüge in Kirchbrak immerhin 190 hl. Für den häuslichen Gebrauch wurde das schwächere Speisebier gebraut. Das war auch das übliche Getränk für die Arbeiter auf dem Felde. In einem Brauvorgang, etwa alle 12 Tage im Jahr, wurden aus vier Himbten Weizen und drei Malter und einem Himbten Gerstenmals sechs Halbfässer "Breuhan" (etwa 11,5 hl) hergestellt. Insgesamt wurden im Abrechnungsjahr 1734/35 24 dz Weizen und 102 dz Gerstenmalz zu 351,5 hl "Breuhan" gebraut. Der Braumeister war W. Garbe. Das Brauhaus ist das heutige Gutshaus, nachdem das alte Herrenhaus Ende des 18. Jahrhunderts unbewohnbar war und dann abgerissen wurde.

 

Die alte Kapelle

 

An der Stelle, wo sich heute das Haus Nr.11 befindet, hat in alten Zeiten die Kapelle von Westerbrak gestanden. Sie ist wahrscheinlich schon um 1696 baufällig gewesen, so daß der Schatzrat von Grone den Erwerb von Gebäude und Grundstück beantragte. Nach langen Verhandlungen mit dem Konsistorium in Wolfenbüttel kam der Verkauf zustande. Der Preis betrug 10 Taler. Die alte Kapelle wurde abgerissen und auf derselben Stelle das sogenannte "Weiße Haus" errichtet. Wie aus den alten Forstakten zu entnehmen ist, wütete im Oktober 1703 ein starker Sturm über dem Lennetal, dem über 100 Eichen aus den Westerbraker Forsten zum Opfer fielen. Ein Teil dieser Stämme wurde zum Bau des "Weißen Hauses" verwendet. In der Kapelle befand sich eine Glocke, die nun in dem Glockenturm auf einem kleinen Fachwerkhaus in der Nordostecke des Gutshofes ihren Platz fand. Mit dem Kauf übernahm der Schatzrat folgende Bedingungen: Er mußte sich verpflichten, auf seine Kosten einen Mann anzustellen, der täglich gewissenhaft die Betglocke zu schlagen hatte. Außerdem sicherte sich die Kirche das Wiederkaufrecht für den Fall, daß die Kirche oder Gemeinde "über kurz oder lang diesen Platz zum Schulmeisterhause von nöthen haben sollte". Es ist bemerkenswert, daß man damals mit der Möglichkeit rechnete, eine Schule in Westerbrak einzurichten. Aber soweit hat es Westerbrak nicht geschafft, da die Kirchbraker Schule in nur 1 km Entfernung erreichbar war.

 

Westerbrak um die Mitte des 18. Jahrhunderts

 

Bereits 1745 hatte der Herzog Carl von Braunschweig-Wolfenbüttel eine Vermessung des Ganzen Landes angeordnet. Sie hatte im Gegensatz zu anderen Vermessungen in Preußen und Kurhannover den Zweck, die Grundlage für einen gerechten Ansatz der Abgaben vom Grundbesitz an den Staat und die Grundherren und für eine Verkoppelung zu bilden. Die Vermessungsunterlagen, die Grundrisse und Beschreibungen der Orte sind uns erhalten geblieben. So verfügen wir über ein aufschlußreiches Bild Westerbraks aus dieser Zeit. Es überraschte nicht weiter, daß in Westerbrak, wie auch in allen anderen Orten, eine beträchtliche Menge an sogenanntem Überschußland entstand. Vor der Vermessung war die Westerbraker Ackerflur 491 Morgen groß, nach der Vermessung waren es 528 Morgen, also immerhin 37 Morgen mehr. Davon entfielen auf den von Groneschen Hof 400 Morgen, der Rest verteilte sich auf sieben Kleinkothöfe und zwei Brinksitzerstellen.

 

Die Namen der Kleinköter: Johann Heinrich Dörries (Nr.1), Johann Heinrich Müller (Nr.2), Johann Sander (Nr.4), Johann Ernst Weking (Nr.5), Christoph Becker (Nr.6), Johann Heinrich Rösner (Nr.7), Hans Harm Meyer (Nr.8),

 

Brinksitzer: Christoph Lange (Nr.3), Hans Tönnies Krup (Nr.9).

 

Die beiden Ackerhöfe Sander und Falke, die um 1600 noch erwähnt werden, sind nunmehr in den Ländereien des Gutes aufgegangen.

 

Die allgemeine Dorfbeschreibung ergibt folgendes Bild: Ackerbau, Einsaat und Ertrag: das Land um das Dorf mittelmäßig, um Wald und am Berghang schlecht. Die Einsaat pro Morgen 2 Himbten, der Ertrag ungefähr 8 Himbten. Viehzucht und Weide: Wegen Mangel an guter Weide ist die Viehzucht schlecht. Wiesen: Die wenigen Wiesen, die die Einwohner haben, sind nur einhauig (eine Ernte).

 

Der Wald besteht größtenteils aus Eichen und Buchen und ist gut im Stand. Das gleiche gilt für die Jagd und Fischerei. An Handwerkern sind im Dorf zwei vorhanden: ein Schmied Christoph Becker und ein Leineweber Christoph Lange

 

Baumaterialien sind der Sandstein, der ausreichend vorhanden ist. Das Bauholz wird aus dem Gutswald geliefert. Eine Schäferei wird betrieben, zu der etwa 400 Schafe gehören. Ein Krug (Wirtschaft) ist nicht vorhanden, ebenfalls fehlen jegliche Feuerlöschgeräte.

 

Der Grundriß der Feldmark und des Dorfes Westerbrak wurde von dem Landmesser Georg Christian Geitel ausgeführt, dessen Arbeiten sich durch Genauigkeit und gute Ausführung auszeichneten. Er ist ein Vorfahre des Inhabers des Kaufhauses Geitel in Bodenwerder.

 

Auch eine genaue Einwohnerzahl aus dem Jahre 1782 ist uns bekannt. Westerbrak zählte damals 112 Seelen, 56 männliche und 56 weibliche. Davon waren 29 Kinder unter 14 Jahren, 19 Jungen und 10 Mädchen. Damals war das Gut an den Gerichtsschulzen Niemeyer verpachtet. Der Besitzer, der Kammerherr und Hofmarschall Carl von Grone, hielt sich in Gotha auf.

 

Handwerk und Industrie

 

Die letzten 200 Jahre sind nicht spurlos an Westerbrak vorübergegangen. Die Landwirtschaft hat ihre Vormachtstellung verloren. Eine Herdbuchzucht des Gutes wurde schon vor Jahren aufgegeben. Neben einer heute noch betriebenen Saatgutzucht ist nach dem letzten Kriege eine moderne Gärtnerei entstanden. Das alte Handwerk der Schmiede ist seit 6 Generationen im Besitz der Familie Ahlbrecht und besteht nunmehr über 125 Jahre. Die Steinindustrie liefert schon seit langem vielen Einwohnern Verdienstmöglichkeiten. Die Steinschleifmühle Wiegand konnte, ehe sie vor 20 Jahren ihren Betrieb verlegte, auf eine langeTradition zurückblicken. Sie war bereits 1842 von dem Gutsherren von Grone angelegt worden. Von ehemals 81 im Kreis Holzminden bestehenden Schleifkränzen waren die beiden in Westerbrak die einzigen, die noch übrig blieben. Der einzige noch bestehende Steinbruchbetrieb in Westerbrak ist die Firma Hermann Due, Wesersandsteine. Vor 26 Jahren gegründet, beschäftigt sie etwa 15 Arbeitskräfte.

 

Westerbrak ist schöner geworden

 

Der geplante Ausbau der engen und kurvenreichen Ortsdurchfahrt war ein jahrelanger Streitpunkt zwischen dem Landkreis Holzminden und einer Gruppe von Westerbraker Bürgern, die nicht hinnehmen wollten, daß der von Gronesche Barockgarten und damit auch das kunsthistorisch wertvolle Engelstor dem Straßenbau zum Opfer fallen sollten. Nach harten Auseinandersetzungen brachten ein erneuter Lokaltermin und eine nun endlich sachliche Aussprache doch noch einen befriedigenden Kompromiß. Durch die neue Straßenführung hat das Ortsbild gewonnen und die Ortsdurchfahrt ist sicherer geworden. Der Park ist nun zwar kleiner, in seinem schönsten Teil jedoch erhalten geblieben. Auch das Engelstor kommt in der neuen Parkmauer voll zur Geltung.

 

Westerbrak ist nicht nur schöner geworden, es wurde auch 1980 im Wettbewerb des Landkreises "Unser Dorf soll schöner werden" mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Die Schwestergemeinde Kirchbrak erhielt in diesem Wettbewerb den 3. Preis. Ein doppelt freudiges Ereignis, auf das alle Einwohner stolz sein können.

 

Westerbraker Einwohner im Wickenser Erbregister von 1550 bis 1650:

 

Ahlwede, Hans

Ahlschwede, Ludecke

 

Beigen, Johann

Brandes, Hermann

Brandes, Hinrich

 

Carsten, Cordt

 

Engelke,Bartolomäus

 

Fischer, Dietrich

 

Von Grone, Akbrecht

 

Hüsingk, Cordt

Hinrich

 

Jacob

Jacob, Hans

Jacob, Hinrich

 

Lange, Dietrich

Loges, Hinrich

 

Merten

Meyer, Johann

Von Minnigerode,Eli.

Möller, Hinrich

Monichemeier,Berent

Müller, Curdt

Münchemeiger, Jac.

 

Sander, Heinrich

Severin, Henrich

Tönnies

Speigel, Hinrich

 

Tileke, Arendt

 

Viets, Hans

Viets, Hermann

Vietz, Harmen

Viths, Hans

 

Viths, Heinrich

Vischer, Klaus

 

Wedekindt, Hans

Wedeking, Hermann

 

(Hans Hölscher, Kirchbrak)

 

Info in Bildern
Wappen von Westerbrak
Luftbild Westerbrak
Engelstor
Rittergut
© 2005 Karl-Heinz Engelke